Ein paar Basics zu Nicsalts

Zur Zeit lesen wir in den Facebook-Gruppen häufig besorgte Fragen zu Nicsalts. Wir liefern hier ein paar Antworten. Dieser Artikel hat Januar 2022 ein Update erhalten

Die Basics

Über die Wirkungsweise gibt es genügend aussagefähige Artikel und Videos. Unklare „Meinungen“ werden jedoch zur Zeit primär von Laien über die „Sicherheit“ dieser Produkte verbreitet.

Fakt Nr 1: Es gibt mehr als eine Sorte Nicsalts!

Das ist der erste wichtige Punkt. Sehr viele reden pauschal von Nicsalt Shots oder Liquids, aber es muss einem erstmal klar sein, dass es verschiedene Sorten gibt. Und zwar nicht nur von der „Marke„, die aussen drauf steht, oder dem Verhältniss der Mischung, wie wir das von normalen Basen und Shots gewohnt sind. Es sind auch andere Zutaten darin. Deswegen kann man „Nicsalts“ nicht als ein Produkt einschätzen und behandeln.

Die 2 primären Sorten, auf die wir Dampfer treffen, sind mit Benzoesäure oder mit Salicylsäure. Es gibt aber weitere Versionen mittlerweile am Markt.

Leider deklarieren die meisten Anbieter wieder einmal extrem schlecht oder gar nicht. Vor allem für Allergiker bzw. Personen mit einer Intoleranz gegen eine dieser Säuren kann das sehr unschön enden.

Da ist der Handel gefordert, seinen Job ordentlich zu machen!

Wenn euch ein Allergiker – nachdem ihm der falsche Shot/das falsche Liquid verkauft wurde – eventuell noch im Laden umfällt, wäre das fatal.

Fakt 2: Nicsalts sind die natürliche Form des Nikotins in Tabakpflanzen

Bis nach dem 2. Weltkrieg war das auch die Form des Nikotins, die wir beim Rauchen primär konsumiert haben. Erst danach hat die Tabakindustrie gelernt, selbige in freies Nikotin umzusetzen. Wieso? Weil freies Nikotin schneller und effizienter vom Körper aufgenommen wird und damit einen stärkeren Flash verursacht. Und ein schnellerer und stärkerer Flash steigert die Sucht.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2564657/

und https://www.aerzteblatt.de/archiv/23200/Nikotinabhaengigkeit-und-Tabakmanipulationen-Tabakzusaetze-in-Zigaretten-warum und

https://www.newscientist.com/article/dn3990-crack-nicotine-in-cigarettes-varies-widely/

wäre da Quellen.

Wie man daraus das Nicsalts langsamer und schwächer wirken seine Aluhutthesen ableitet, das würde von der Tabakindustrie gepusht, um Leute abhängiger zu machen, ist für mich nicht nachvollziehbar. Es wird aber genau so teils verbreitet. Nikotinsalze haben ihren ersten großen Einsatz in Liquids in den USA mit der Juul gehabt, die damals noch keinerlei Tabakverbindungen hatten. Die Tabakbranche ist erst viel später, nachdem sie von Juul am Markt überrollt wurden auf diesen Zug aufgesprungen.

Fakt 3: Hybridsalz ist nichts neues

Aktuell wird das gerne beworben als Kompromiss zwischen „echten“ Salzliquids und normalen klassischen Liquids. Hohe Dosierungen mit trotzdem merklichem Flash. Es ist einfach nur eine Mischung aus beiden. So mancher Kunden mischt das schon schon länger so an.

Risiken

Die Version mit Benzoesäure ist die „weniger kratzige“ Version, die man auch in den Juuls mit 59mg/ml ausserhalb der EU bekommt. Juul nutzt dabei TC geregelte Pods. Warum man diesen Weg ging, eine „aufwendige“ TC Steuerung zu verbauen, wird mit dem nächsten Punkt klar: Benzoesäure zerfällt ab einer Temperatur von (je nach Quelle) 350-390 Grad in Benzol und CO2. Und Benzol ist nicht lieb zu unseren Lungen 😉 .

Wir dampfen jedoch bei wesentlich niedrigeren Temperaturen!

Sollten wir in der Praxis ausserhalb des Dryhits wirklich 350+ Grad erreichen, wären ganz andere Diskussionen über Stoffe in Liquids relevanter! Und das sagen nicht nur wir, das sagen auch namenhafte Forscher!

Wir dampfen recht unabhängig von M2L oder DL meist zwischen 170 und 250 Grad, je nach Liquid, Verdampfer und vor allem persönlicher Vorliebe. Es gibt keine Regel, die sagt DL sei wärmer, oder M2L eher kühler. Wer TC dampft, weiß das auch.

Betroffen ist davon, wie oben bereits gesagt, NUR die Version der Salze mit Benzoesäure! International gesehen ist das die merklich beliebtere Form, da man sie höher dosieren kann.

Schnelles Zwischenfazit:

Wie so oft (aber halt nicht immer) viel Dampf um nix! In der Praxis machen uns andere Stoffe mehr Sorgen.

Warum dann der Quicky hier?

Wir sind etwas verwundert, dass diverse (oft beruflich in der Branche aktive) Personen das Thema immer wieder in den sozialen Medien triggern.

Dabei sprechen sie fast immer pauschal von Nicsalts. Dass es mehrere Versionen gibt, ist offenbar nicht jedem bekannt, der sich dazu äussert. Oder man will gar nicht unterscheiden.

Oft wird pauschal empfohlen, Nicsalts nur M2L zu dampfen. Wieso? Dazu gibt es die lustigsten Antworten. Aber eine fachliche Begründung fehlt auch auf Nachfrage komplett. Maximal findet man dazu als Antwort Hinweise auf Shops, die das bei ihren Produkten empfehlen. Da wird wie schon bei CBD aus einem „soll man nicht zu warm dampfen“ ein „muss man M2L dampfen“, auch wenn es da keinen Zusammenhang gibt.

Ebenfalls mit ganz viel Verwunderung nehmen wir Postings zur Kenntnis, dass Nicsalts (generell!) bei DL-Nutzung Blausäure erzeugen würden. Wie kommt man auf so etwas und vor allem warum verbreitet man so etwas in den sozialen Medien?

Wir hoffen, wir können mit dem Beitrag ein ein paar Unsicherheiten ausräumen.

Wie immer kann man uns Fragen und Anregungen als Kommentar auf Facebook hinterlassen.