Tote durch E-Zigaretten – ein Tabuthema

In Beiträgen, kontroversen Diskussionen und Kommentaren zum Vergleich zwischen der Schädlichkeit des Rauchens und den Gefahren durch die Dampfe wird häufig die Behauptung in den Raum gestellt, dass es „noch nie einen Toten durch die E-Zigarette gab“, wohingegen das Rauchen allein in Deutschland jährlich rund 110.000 Todesopfer (manche sagen auch 121.000) fordert.

Wir Dampfer regen uns – absolut zu Recht –  immer wieder über Fake News und schlecht recherchierte Berichte in den Medien auf, in denen die Dampfe verteufelt wird und Studien auf teilweise absurde Weise interpretiert werden, um die Dampfe in ein schlechtes Licht zu rücken.

Wir in der Blase sollten uns selbst aber genauso daran halten, sauber zu recherchieren und zu berichten. Wenn man heute behauptet, es gäbe noch keinen einzigen Toten durch E-Zigaretten, ist das falsch. Und dieser einfach beweisbare Fehler stellt die Glaubwürdigkeit des ganzen Beitrags in Frage! Wenn man einen so zentralen Punkt erfolgreich widerlegt hat, wie glaubhaft erscheint der Rest noch? Auch innerhalb der „Dampferblase“ beurteilen wir ja die Qualität der Recherche und den Wahrheitsgehalt (und damit die Relevanz als ernst zu nehmendes jounalistisches Produkt) an den immer wieder leicht zu widerlegenden Behauptungen, die in vielen Beiträgen aufgestellt und voneinander abgeschrieben werden.

Man könnte jetzt argumentieren, dass in den bekannten Fällen nicht die E-Zigarette selbst die Todesursache war. Es war schliesslich der Akku oder Mech Mod „schuld“, oder der Dampfer selbst durch falsche Handhabung und ungenügende Sicherheitsvorkehrungen. Dann darf man aber auch nicht über „Tote durch Tabak“ reden, denn auch diese Todesfälle werden nur indirekt (als Folgeerkrankung z.B.) durch das Rauchen verursacht.

Welche Todesfälle sind bekannt?

Weltweit sind zwei Fälle dokumentiert, bei denen Menschen durch die E-Zigarette tödlich verletzt wurden. Es wird vermutlich noch einige weitere Vorkommnisse geben, die es nie in die Mainstreammedien geschafft haben. Natürlich stehen diese Zahlen in keiner Relation zu den Tabaktoten, den Wohnungsbränden wegen vergessener Kippen (Tausende im Jahr!) und weiteren Risiken. Wir vermuten sogar, dass mehr Leute vom Klavieren, Ambossen oder fallenden Safes getötet wurden (Roadrunner lässt grüßen) als von E-Zigaretten, aber das ist ein anderes Thema. Und nicht halb so witzig, wenn es eben kein Cartoon ist, sondern real life!

Fall 1:

Ein 24 Jahre alter Mann aus Texas stirbt an den Folgen eines Gehirnschlages, ausgelöst durch Splitter des Mods/Tanks im Hals, der vermutlich wegen fehlender oder verstopfter Entgasungslöcher beim Ausgasen des Akkus explodiert ist. (1)

Fall 2:

Ein 38 Jahre alter Mann stirbt an Splittern im Schädel, nachdem der Akku in seinem Mech Mod durchgeht. Eine Entgasungsfunktion ist bei dem Mod nicht vorhanden. (2) Die beiden Fälle sind nahezu gleich gelagert, bei diesem kommt jedoch noch ein Brand hinzu, den der ausgasende Akku verursachte. Auch dieser Tod wäre mit der entsprechenden Beratung und Warnhinweisen vermeidbar gewesen.

Fazit:

Die beiden Todesfälle sind innerhalb und außerhalb der „Dampferszene“ bekannt. Sie zu leugnen, anstatt die Umstände zu erklären, macht uns – und damit die Seriosität der Dampfe – angreifbar. Zudem sind Warnungen vor leichtfertigem Umgang mit unseren high energy Akkus und der Rat an alle Anfänger, geregelte Akkuträger mit Sicherheitsfunktionen zu nutzen, immer angebracht. Was man teilweise auf Facebook für Bilder von beschädigten Akkus sieht, bei denen der User fragt, wie lange er sie noch nutzen kann, ist teilweise mehr als erschreckend. Eine Dampfe ist nunmal keine Taschenlampe, dessen sollte sich jeder bewußt sein, der sich nicht als Toter Nummer 3 in den Medien wiederfinden will!

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(1) https://www.washingtonpost.com/health/2019/02/05/vape-pen-kills-man-after-exploding-his-mouth/

(2) https://www.vapers.guru/2018/05/17/erster-toter-durch-e-zigarette/